Der Bezirk Oberbayern betreibt über die Bezirksgüter auch Landwirtschaft.

Mehr Informationen zu den Bezirksgütern auf den Seiten des Bezirks.

Seit dem ersten Engagement der GRÜNEN im Bezirkstag besteht auch die Forderung, diese Landwirtschaft als Ökologische Landwirtschaft zu betreiben.

1978

Die erste Mandatsträgerin der GRÜNEN im Bezirkstag, Dr. Barbara Meyer“ formulierte in ihrem Bewerbungsblatt zur Bezirkswahl 1978 die Forderung nach einem „Alternativen Landbau„:

„Es ist im Interesse der „Grünen“, daß im Rahmen der Zuständigkeit des Bezirkstags die Forderung des Alternativen Landbaus zur Erzeugung gesunder Nahrungsmittel auf biologischer Grundlage in Angriff genommen wird.

Alternativer Landbau kann durch den Bezirkstag gefördert werden durch Errichtung eines Musterguts als Eigenbetrieb …“

1986

Im Flyer zur Bezirkswahl 1986 wiederholt Barbara Meyer ihre Forderung zum „Alternativen Landbau“ als eines ihrer zentralen Themen:

„Ich bin für die Förderung von Alternatvprogrammen in Landbau und Waldbewirtschaftung …“

1990

Im Wahlprogramm der GRÜNEN zur Bezirkswahl 1990:

„Hervorzuheben ist dabei die Vorbildfunktion, die der Bezirk für die Öffentlichkeit wahrnehmen sollte.
Die bezirkseigenen Güter Haar, Gabersee und Taufkirchen sind daher auf ökologischen Landbau umzustellen.“

Mit ihrer Erfahrung aus drei Bezirkstagsperioden von 1978 bis 1990 fasste Barbara Meyer in ihrem Wahlkampfflyer zur Bezirkswahl 1990 nochmals die Forderung zur ökologischen Landwirtschaft zusammen:

„Der Bezirk als Eigentümer ausgedehnter landwirtschaftlicher Güter ist verantwortlich für deren Fortbestand für die

  • Erarbeitung eines Konzepts zur schrittweisen Umorientierung der Wirtschaftsweise nach biologischen und ökologischen Gesichtspunkten anstelle einer konventionellen, immer unrentableren lntensiv-Wirtschaft mit Monokulturen und großflächigem Maisanbau,
  • Vermeidung von Schadstoffen aller Art (wie Mineraldünger, Pestizide. Herbizide, übermäßige Gülleausschüttungen) zur Schonung des Bodens und zur Reinerhaltung des Grundwassers.
  • Wiedereinführung der Fruchtfolge und der artgerechten, flächenbezogenen Tierhaltung,
  • möglichst weitgehende Eigenversorgung der Bezirkskrankenhäuser,
  • Erhaltung und Pflege einer bewegten Landschaft mit Hecken, Feldgehölzen und Einzelbäumen
  • einer fortschreitenden Grünlandbewirtschaftung anstelle von Agrarwüsten,
  • Förderung zur Anlage eines alternativen Musterhofes als richtungsgebender Anreiz zur
  • Wiederbelebung der für Oberbayern typischen bäuerlichen Klein- und Mittelbetriebe,
  • Erhaltung von Flurrainen und Wegerändern als Standort für Wildblumen und Heilkräuter, die das Landschaftsbild beleben und auch dem Wild als Äsung dienen.“

1994

Im Entwurf des Wahlprogramms zur Bezirkswahl 1994 wiederholt sich die Forderung nach einem ökologischen Landbau:

„Die Bezirksgüter auf ökologischen Landbau umstellen:

Die landwirtschaftlichen Güter des Bezirks werden seit Jahren nur noch unter rein betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten und ohne jeden Bezug zu den Aufgaben des Bezirks geführt. Wir wollen sie wieder mehr an die zugehörigen Bezirkskrankenhäuser binden und ihnen Möglichkeiten der Arbeitstherapie und Rehabilitation erschließen. Für sinnerfüllte Arbeit auf den Gütern ist allerdings deren Umstellung auf ökologischen Landbau nötig.“

1998

Der Inhalt des vorhergehenden Programmentwurfs fand auch Einzug in das Wahlprogramm für die Bezirkswahl 1998.

„Die landwirtschaftlichen Güter des Bezirks werden seit Jahren nur noch unter rein betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten und ohne jeden Bezug zu den Aufgaben des Bezirks geführt. Wir wollen sie an die Aufgaben der Wiedereingliederung psychisch oder geistig behinderter Menschen binden und ihnen Möglichkeiten der Arbeitstherapie und Rehabilitation erschließen. …

Für sinnerfüllte Arbeit auf den Gütern ist allerdings deren Umstellung auf ökologischen Landbau nötig. …

Die landwirtschaftlichen Lehranstalten des Bezirks halten nach wie vor an überholten Konzepten fest. Wir fordern eine stärker ökologische Ausrichtung. …

Die Ausbringung gentechnisch veränderten Saatguts auf bezirkseigenen Flächen ist nicht zu verantworten. Bündnis 90/Die Grünen lehnen dies grundsätzlich ab. …

Daher ist die oberste Leitlinie von Bündnis 90/Die Grünen hier der integrierte Umwelt- und Naturschutz, der auf eine ökologisch verantwortbare Nutzung auch aller sonstigen wirtschaftlichen Flächen zielt.“

2003

Aufmerksame Leser*innen stellen fest, dass sich das Eingangsstatement aus dem Wahlprogramm zur Bezirkswahl 2003 dem der vorangegangenen Wahlprogrammen gleicht. Das mag auch daran liegen, dass der Bezirk in den 90er Jahren beim Umbau zur ökologischen Landwirtschaft kaum vorangekommen ist.

„Die landwirtschaftlichen Güter des Bezirks werden seit Jahren nur noch unter rein betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten und ohne jeden Bezug zu den Aufgaben des Bezirks geführt. Wir wollen diese Güter

1.) auf ökologische Landwirtschaft umstellen und

2.) wo immer möglich für die Arbeitstherapie und Rehabilitation psychisch kranker Menschen erschließen.“

2008

Die Forderung nach einem ökologischen Landbau bleibt seit 1978 auch im Bezirkswahlprogramm 2008 unverändert bestehen und bleibt weiterhin unerfüllt.

„Durch den Ankauf schützenswerter Flächen muss der Bezirk verstärkt seine Aufgabe für den Arten- und Biotopschutz erfüllen.

Das Agrarbildungszentrum des Bezirks in Landsberg am Lech muss sich ebenfalls stärker ökologisch ausrichten. Die Ausbringung gentechnisch veränderten Saatguts auf bezirkseigenen Flächen ist nicht zu verantworten.

Die Grünen im Bezirkstag wollen:

  • ökologischer Landbau auf allen Bezirksgütern“

2013

Bei der Erstellung des Wahlprogramms zur Bezirkswahl 2013 stellte sich kurzfristig eine gewisse Ernüchterung ein hinsichtlich der Schwierigkeit, aus der Opposition heraus einen Ölologischen Landbau zu verwirklichen, so dass in diesem Programm die Forderung nicht konkret aufgenommen wurde.

„GRÜNES Licht für Naturschutz
Gerade in Oberbayern mit seinem enormen Flächenverbrauch müssen Naturschutz und Landschaftspflege
einen stärkeren Stellenwert bekommen.“

2017

Im Zuge der Diskussion um Glyphosat stellte die Fraktion der GRÜNEN im Bezirkstag im Jahr 2017 den Antrag, bei der Bewirtschaftung der Bezirksgüter auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel zu verzichten.

Antragstext:

„Auf Flächen, die dem Bezirk Oberbayern gehören, sollen die höchstmöglichen Standards für den Schutz der Umwelt, des Wassers, des Bodens, der Artenvielfalt und der Menschen gelten. Der Bezirk Oberbayern lehnt daher den Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln auf allen bezirkseigenen Flächen grundsätzlich ab.“

Der Antrag wurde zwar wortreich abgelehnt aber am Ende der Bezirksperiode kam von Seiten der Bezirksgüterverwaltung der Hinweis, dass nun doch ein Weg gefunden wurde, auf den Glyphosat-Einsatz zu verzichten.

Oppositionsarbeit ist immer mühsam. Trotzdem ist es aller Mühen wert, wenn man auch manchmal fünf Ecken braucht, um ans Ziel zu kommen.

2018

Im Programm zur Bezirkswahl 2018 wurde die Forderung nach einer ökologischen Landwirtschaft wieder als eigener Punkt aufgenommen.

„Ökologische Landwirtschaft
Über die Bezirksgüterverwaltung bewirtschaftet der Bezirk eigene Flächen. Auf Initiative der GRÜNEN wurde der Beschluss gefasst, auf Herbizide und Pestizide „so weit wie möglich“ zu verzichten. Ziel muss jedoch die ökologische Landwirtschaft sein.
Wir setzen uns dafür ein, dass ökologische Landwirtschaft auf den bezirkseigenen Flächen betrieben wird.“

2021

Im Jahr 2021 hat sich die Bezirksfraktion der GRÜNEN der Bewirtschaftung der Flächen der Bezirksgüterverwaltung mit drei Anträgen gewidmet.

Antrag 1: Substitution des Maisanbaus durch Blühpflanzen/Wildpflanzen auf den Flächen der drei Bezirksgüter

Antrag 2: Antrag auf Ausrichtung der Forstwirtschaftspläne für Gut Gern und Taufkirchen nach Aspekten der Ökologie und Nachhaltigkeit sowie Anpassung an den Klimawandel und an Prinzipien von Natur- und Landschaftsschutzgebieten

Nachdem die ersten beiden Anträge an der Mehrheit in den Ausschüssen gescheitert war, soll nun eine Studie die Möglichkeiten der ökologischen Bewirtschaftung beleuchten.

Antrag 3: Klimafreundliche und Artenvielfalt begünstigende Bewirtschaftung

Der Antrag wurde zum Jahresende 2021 eingereicht zur Behandlung im Jahr 2022.